﻿{"id":2933,"date":"2022-02-16T14:47:29","date_gmt":"2022-02-16T13:47:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.boniface-institute.com\/?p=2933"},"modified":"2022-02-16T14:57:23","modified_gmt":"2022-02-16T13:57:23","slug":"wie-tief-sind-wir-gefallen-kanadas-katholisches-erbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.boniface-institute.com\/de\/wie-tief-sind-wir-gefallen-kanadas-katholisches-erbe\/","title":{"rendered":"Wie tief sind wir gefallen: Kanadas katholisches Erbe"},"content":{"rendered":"\n<p>Charles A. Coulombe<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Oh Kanada! Land unserer V\u00e4ter<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Glorreiche Taten bekr\u00e4nzen Deine Stirn<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&nbsp;Denn Dein Arm wei\u00df das Schwert zu f\u00fchren<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dein Arm wei\u00df das Kreuz hochzuhalten;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Deine Geschichte ist ein Epos<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gro\u00dfartiger Taten<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und Dein Heldenmut, verwurzelt im Glauben<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ist Schutz und Schirm f\u00fcr unsere Heime und unsere Rechte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich wie in den australischen und neuseel\u00e4ndischen Herrschaftsgebieten Ihrer Majest\u00e4t kam es auch in Kanada w\u00e4hrend der COVID-Pandemie zu einer drastischen Beschneidung der Rechte der dort lebenden Menschen. Besonders groteske Formen nahmen diese Einschr\u00e4nkungen in der Provinz Quebec an: von einem Gericht, das einem Vater verbietet, seinen Sohn zu sehen, bis zum unf\u00e4higen Premierminister der \u201e<em>Belle Province<\/em>\u201c, Fran\u00e7ois Legault, der auf zus\u00e4tzlichen Steuern f\u00fcr die Ungeimpften besteht. Unn\u00f6tig zu erw\u00e4hnen, dass diese Ma\u00dfnahmen die begeisterte Zustimmung des kanadischen Premierministers, Justin Trudeau, gefunden haben. Jeder dieser totalit\u00e4ren Politiker ist jedoch typisch f\u00fcr den Tiefpunkt, auf den die franz\u00f6sisch-kanadische politische Klasse gesunken ist. Bereits 2019 hat Legault sein Wahlversprechen gebrochen, das Kruzifix nicht vom Sprecherstuhl im Parlament von Quebec zu entfernen. Das S\u00e4kularismus-Gesetz, das er und seine Regierung durchgepeitscht haben, mag in der heutigen s\u00e4kularen Welt wie eine normale und einleuchtende Ma\u00dfnahme erscheinen; aber es war der letzte Schritt in einem langen Verrat an der franz\u00f6sisch-kanadischen Kultur und Nation durch ihre F\u00fchrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcbersetzung der nach wie vor verwendeten franz\u00f6sischen Version der kanadischen Nationalhymne, \u201eOh Canada!\u201c, die am Anfang dieses Artikels zitiert wurde, vermittelt den Geist, der die franz\u00f6sisch-kanadische Geschichte charakterisiert \u2013 viel deutlicher als die nichtssagende und konfessionell neutrale offizielle englische Version. In jeder katholischen Nation ist die Bev\u00f6lkerung \u2013 solange die Mehrheit tats\u00e4chlich katholisch ist \u2013 davon \u00fcberzeugt, dass ihrem eigenen Land eine von der Vorsehung bestimmte, sogar g\u00f6ttliche Mission zukommt; dies gilt von Spanien, Portugal und Irland bis nach Polen \u2013 und galt auch f\u00fcr die Nationen, die durch den Protestantismus verloren gegangen sind (Norwegen gr\u00fcndete die erste katholische Di\u00f6zese in Nordamerika \u2013 in Gardar in Gr\u00f6nland). Es ist tragisch, dass diese \u00dcberzeugungen h\u00e4ufig eher als widerspr\u00fcchlich denn als sich gegenseitig erg\u00e4nzend angesehen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies galt jedenfalls f\u00fcr die meisten Franko-Kanadier in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, f\u00fcr die ihre Geschichte tats\u00e4chlich \u201eein Epos gro\u00dfartiger Taten\u201c war. Seit Samuel de Champlain 1608 die Stadt Quebec gr\u00fcndete, drehten sich die Geschichten unserer fr\u00fchen Besiedlung um Heilige wie St. Marguerite Bourgeoys, St. Marguerite d&#8217;Youville (die das Fest der Heiligen Familie in der Kirche einf\u00fchrte), St. Fran\u00e7ois de Laval, St. Marie de l&#8217;Incarnation, Sel. Catherine de Saint-Augustin, Ehrw. Jeanne Mance und Ehrw. J\u00e9r\u00f4me Le Royer de la Dauversi\u00e8re. Sie wiederum wurden von Frankreichs K\u00f6niginmutter, Anne von \u00d6sterreich, und den Anh\u00e4ngern der <em>Compagnie du Saint Sacrement<\/em> (Gesellschaft vom Heiligen Sakrament, einer Geheimgesellschaft, die zur Verbreitung des katholischen Glaubens gegr\u00fcndet wurde \u2013 und zu deren Mitgliedern St. Vincent de Paul geh\u00f6rte) stark unterst\u00fctzt. In den fr\u00fchen Tagen der Kolonie wurden die \u201eRelations des J\u00e9suites\u201c <em>(Berichte der Jesuiten<\/em>) geschrieben, um die Menschen in Frankreich dar\u00fcber zu informieren, wie die Dinge standen; sie sind seitdem zu spirituellen, historischen und literarischen Klassikern geworden. Der Beitrag des Ordens zur Missionierung der franz\u00f6sischen und indischen Gl\u00e4ubigen war mehr als literarisch: sechs Jesuiten besiegelten ihre Hingabe an Gott und ihr Volk mit ihrem Blut: St. Ren\u00e9 Goupil (1642), St. Isaac Jogues (1646), St. Jean de Lalande (1646), St. Antoine Daniel (1648), St. Jean de Br\u00e9beuf (1649), St. No\u00ebl Chabanel (1649), St. Charles Garnier (1649) und St. Gabriel Lalemant (1649). Ihren protestantischen Feinden in den dreizehn englischen Kolonien im S\u00fcden zahlenm\u00e4\u00dfig stets unterlegen, brachten ihre scheinbar endlosen K\u00e4mpfe mit diesen viele Helden hervor: den tiefgl\u00e4ubigen Ritter, der Montreal gr\u00fcndete, Paul Chomedey, Sieur de Maisonneuve; Adam Dollard, Sieur des Ormeaux, dessen Selbstaufopferung an der Spitze seiner M\u00e4nner die Zerst\u00f6rung der gerade erst gegr\u00fcndeten Siedlung von de Maisonneuve durch die Irokesen verhinderte; Pierre Boucher de Boucherville, der zum Prototyp des tapferen und frommen kanadischen Seigneurs wurde; und viele andere. Erw\u00e4hnt werden sollten auch Entdecker wie La Salle und die Le Moyne-Br\u00fcder \u2013 die Sieurs de Bienville und d\u2019Iberville, die den Mississippi erforschten und die Grundlagen f\u00fcr Franz\u00f6sisch-Louisiana und die Kolonien in der Golfregion aufbauten. Wie bei den Spaniern im amerikanischen S\u00fcdwesten und in Florida &#8211; wohin die Lilie ging, folgte das Kreuz. W\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Herrschaft war die Gemeinde das Zentrum des t\u00e4glichen Lebens in den kleinen Siedlungen Quebec, Montreal und Trois Rivi\u00e8res sowie in den D\u00f6rfern. Religi\u00f6se Frauenorden unterrichteten Kinder und verwalteten Krankenh\u00e4user und der liturgische Kalender regierte das ganze Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Eroberung durch die Briten im Jahr 1759 und die vier Jahre danach erfolgte Abtretung von Franz\u00f6sisch-Kanada an diese schien zun\u00e4chst sowohl den Glauben als auch die Kultur der Einwohner zu bedrohen. Doch das kluge Vorgehen mehrerer aufeinanderfolgender Gouverneure sowie des K\u00f6nigs George III f\u00fchrte zum <em>Quebec Act<\/em> von 1774, der zwar in der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung angeprangert wurde, den Franzosen in Kanada jedoch nicht nur die freie Aus\u00fcbung ihrer Religion und teilweise sogar den Schutz derselben garantierte, sondern auch den Fortbestand ihrer Gesetze sicherstellte und die Grenzen der Provinz auf alle franz\u00f6sischsprachigen Siedlungen im heutigen amerikanischen Mittleren Westen erweiterte. Auf seiner Grundlage konnte der heiligm\u00e4\u00dfige Bischof Briand von Quebec seine Gemeinde zum Widerstand gegen die amerikanische Invasion f\u00fchren und \u00fcber P. John Carroll f\u00fcr dessen Versuch, die franz\u00f6sischen Kanadier von ihrer Loyalit\u00e4t abzubringen, die Exkommunikation verh\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ende der Amerikanischen Revolution brachte eine Flut loyalistischer Englischsprachiger nach New Brunswick und Ontario; ungeachtet der bereits fr\u00fcher erfolgten Ansiedlung einiger anglophoner Kaufleute in Montreal (die gr\u00f6\u00dftenteils auf der Seite der Rebellen standen) war dies der eigentliche Beginn von Anglo-Kanada. Seitdem leben die beiden \u201eGr\u00fcnderrassen\u201c in unruhiger Nachbarschaft. Aufgrund der beiden Seiten gemeinsamen Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber der Krone wurde die Monarchie jedoch zum einzigen wirklichen verbindenden Faktor gegen\u00fcber dem gr\u00f6\u00dferen s\u00fcdlichen Nachbarn. Unter den Neuank\u00f6mmlingen und ihren Nachkommen entwickelten sich bis heute zwei politische Tendenzen: die erste, die Liberalen oder \u201eGrits\u201c, die zun\u00e4chst den Anschluss an die Vereinigten Staaten bef\u00fcrworteten und sich dann mit der Zeit als \u201ekanadische\u201c Nationalisten positionierten, wurden Sozialisten, und sind nunmehr die treuesten Verfechter des \u201eRechts\u201c auf Abtreibung und aller anderen Grauslichkeiten, die \u00fcblicherweise unter dem Schafspelz des \u201eFortschritts\u201c daherkommen. Die zweite Gruppe besteht aus den Konservativen oder \u201eTories\u201c, die die Verbindung des Landes zu Gro\u00dfbritannien philosophisch als Blockade des amerikanischen Liberalismus bewerteten. Zu ihren bekanntesten zeitgen\u00f6ssischen Schriftstellern und Denkern geh\u00f6rten John Fathering (<em>Freedom Wears a Crown<\/em>) und George Grant (<em>Lament for a Nation<\/em>). Aber es gab auch katholische Anglophone. Die schottische Einwanderung begann 1772, als Hochlandfl\u00fcchtlinge protestantische Landbesitzer verlie\u00dfen, die versuchten, sie zwangsweise zum Protestantismus zu \u201ebekehren\u201c, und sich auf Prince Edward Island niederlie\u00dfen. 1803 erreichte der sp\u00e4tere Bischof Alexander MacDonell mit Mitgliedern einer Milizeinheit, deren Kaplan er gewesen war, den Osten von Ontario. Das Ergebnis davon ist, dass es in Kanada mehr Katholiken schottischer Abstammung gibt als in Schottland \u2013 und mehr schottisch-g\u00e4lische Muttersprachler. Auch die irische Einwanderung nahm zu; einer der V\u00e4ter der Konf\u00f6deration, Thomas D\u2019Arcy McGee, war ein Ire, der durch einen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten von seinem Republikanismus geheilt worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrenddessen entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts das franz\u00f6sisch-kanadische Ethos unter der Schirmherrschaft von Kirchenm\u00e4nnern wie dem Bischof von Montreal, Ignace Bourget, dem Bischof von Trois-Rivi\u00e8res, Louis-Fran\u00e7ois Richer Lafl\u00e8che, und dem Historiker und Journalisten Jules Paul Tardivel, dem \u201ekanadischen Veuillot\u201c. F\u00fcr diese Denker war es offensichtlich, dass die Franko-Kanadier als Vorposten der katholischen franz\u00f6sischen Zivilisation auf einem anglophonen und protestantischen Kontinent eine wichtige, schicksalsschwere Rolle zu spielen haben. Ihre Ideologie hie\u00df \u201ela Survivance\u201c, das \u00dcberleben, das in drei Bereichen verteidigt werden sollte: Glaube, Sprache und Br\u00e4uche. Die aktive Verteidigung des Glaubens zeigte sich in den Hunderten junger M\u00e4nner, die nach Italien reisten, um den Papst als p\u00e4pstliche Zuaven im Konflikt von 1860-70 zu verteidigen \u2013 was zu einem entscheidenden Moment in der aufkommenden Identit\u00e4t der jungen Nation wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Scharm\u00fctzel wurden mit der anglophonen Mehrheit auch um die Schulen in New Brunswick, Ontario und Manitoba gef\u00fchrt. Manitoba und Saskatchewan waren in den 1870er und 1880er Jahren Schauplatz von Aufst\u00e4nden der franz\u00f6sischsprachigen <em>M\u00e9tis<\/em> unter der F\u00fchrung von Louis Riel. Dies f\u00fchrte eine Zeit lang zu viel Unmut zwischen den beiden Rassen: die Franzosen sahen \u00fcber Riels zeitweiligen Wahnsinn hinweg (w\u00e4hrend eines seiner Anf\u00e4lle hatte er sich zum j\u00fcngeren Bruder Jesu erkl\u00e4rt); auf der anderen Seite ignorierten die Anglos, dass Riel trotz seiner Abneigung gegen die Regierung in Ottawa im Namen von K\u00f6nigin Victoria die <em>M\u00e9tis<\/em> zum Widerstand gegen einen \u00dcberfall von Fenianern aus den Vereinigten Staaten gef\u00fchrt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz vieler R\u00fcckschl\u00e4ge und massiver Einwanderung von Arbeitern in die Fabriken Neuenglands entwickelte sich die franz\u00f6sisch-kanadische Nationalit\u00e4t weiter. Die frankophonen Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria evangelisierten die Indianer des Westens, gesch\u00fctzt durch die Royal Canadian Mounted Police, w\u00e4hrend franz\u00f6sisch-kanadische Bauern noch unbesiedelte Teile von Quebec und Ontario erschlossen. Das religi\u00f6se Ordensleben erlebte eine Bl\u00fctezeit; unter den vielen heiligen Gr\u00fcndern und Gr\u00fcnderinnen sei hier nur die wundert\u00e4tige Ehrw. Mutter Catharine-Aur\u00e9lie Caouette hervorgehoben. Sie gr\u00fcndete die Schwestern Anbeterinnen des Kostbaren Blutes, deren Kl\u00f6ster sich schnell in ganz Nordamerika und bis nach China ausbreiteten. In den Industriest\u00e4dten Neuenglands und im Hinterland von New York entstanden \u201eLittle Canadas\u201c \u2013 jeweils mit einer reich verzierten Pfarrkirche, erbaut mit Hilfe von Kleinspenden von Einwanderern. Kontingente franz\u00f6sisch-kanadischer Bauern wanderten in die l\u00e4ndlichen Bezirke der Staaten des Mittleren Westens, Minnesota, Illinois, Iowa, Kansas und Nebraska ein. Die unterschiedlichen Parteizugeh\u00f6rigkeiten unter den Frankokanadiern konnten zu heftigen Auseinandersetzungen f\u00fchren, aber nur eine kleine Minderheit war antiklerikal, was zu Recht als eine anglophone All\u00fcre angesehen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>All dies wurde durch den Ersten Weltkrieg auf die Probe gestellt. Die Wehrpflichtkrise f\u00fchrte zu einem ernsthaften Bruch zwischen den franz\u00f6sischen und englischen Lagern. Nach dem Krieg wurde Quebec kulturell von Msgr. Lionel Groulx, einem gro\u00dfen Historiker, und Maurice Duplessis, dem wohl gr\u00f6\u00dften Politiker, den die Frankokanadier je hervorgebracht haben, dominiert. Die beiden unterschieden sich in vielen Punkten voneinander, stimmten jedoch hinsichtlich der schicksalshaften Rolle der franz\u00f6sischen und katholischen Pr\u00e4senz in Nordamerika \u00fcberein. Dies war die Zeit, als das Kruzifix auf dem Stuhl des Sprechers im Parlament von Qu\u00e9bec und im Rathaus von Montreal angebracht wurde und als die gebildeten Schichten von Qu\u00e9bec sich beeilten, die Sozialenzykliken von Pius XI. zu lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Intellektuelle nahmen jedoch Ansto\u00df an der Stellung, die die Kirche im franz\u00f6sisch-kanadischen Leben einnahm; sie schielten neidvoll auf den Antiklerikalismus und die vermeintliche Freiheit ihrer englischsprachigen sowie der in den franz\u00f6sischen Metropolen ans\u00e4ssigen Kollegen. Viele von ihnen waren Marxisten. Im Laufe der 1940er und 50er Jahre wuchsen ihre Zahl und ihr Einfluss; der Tod von Duplessis im Jahr 1959 bezeichnete den Beginn des Aufstiegs eines v\u00f6llig s\u00e4kularen und linken Nationalismus. 1962 starb der Repr\u00e4sentant der K\u00f6nigin in der Provinz Quebec, Vizegouverneur Paul Comtois, bei einem Brand seines Hauses beim Versuch, das Allerheiligste Sakrament zu retten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Partei von Duplessis verlor im darauffolgenden Jahr die Macht an die Liberalen in Quebec. Parallel zur Implosion des katholischen Selbstverst\u00e4ndnisses nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil f\u00fchrten die neuen Herren der Provinz die sogenannte \u201estille Revolution\u201c durch \u2013 sie verbannten die Kirche aus allen Aspekten des gesellschaftlichen Lebens: Bildung, Gesundheitsf\u00fcrsorge, Arbeitswelt und aus vielen anderen Bereichen. Die Einf\u00fchrung von Geburtenkontrolle und Abtreibung wurde freudig begr\u00fc\u00dft. W\u00e4hrenddessen taten die Bisch\u00f6fe nichts. In den Worten von Msgr. Groulx: \u201eWas soll man von unserem \u201aschweigenden&#8216; Episkopat halten \u2013 ich bin nicht der Einzige, der das so bezeichnet \u2013 das offenbar keine gro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeiten mehr hat; was von dem traurigen Verlust an Einfluss? Von Bisch\u00f6fen, die zwar zum 100-Jahr-Jubil\u00e4um der Konf\u00f6deration bereit sind, das Wort zu ergreifen, die sich aber allem Anschein nach nicht einigen konnten, das Konfessionsschulwesen wirksam zu verteidigen und das moralische Debakel einzud\u00e4mmen? Die es ohne Protest zugelassen haben, dass man ihre Seminare oder Hochschulen \u00fcbernommen hat, aus denen sich der klerikale Nachwuchs rekrutiert? (&#8230;) Wir bewegen uns Schritt f\u00fcr Schritt, aber unwiderruflich, in Richtung einer intellektuellen Mittelm\u00e4\u00dfigkeit. Im Bereich des geistlichen Lebens werden wir nicht mehr Hand in Hand mit den Laien gehen. K\u00f6nnen wir das durch moralische \u00dcberlegenheit wettmachen? Wird es mehr Heilige unter uns geben? Ich kann es nur hoffen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Hoffnungen haben sich leider nicht erf\u00fcllt. Die Frankokanadier innerhalb und au\u00dferhalb der Provinz sind seit damals immer s\u00e4kularer geworden; ihre Geburtenrate \u2013 einst die h\u00f6chste in Nordamerika \u2013 ist unter die Zahl gefallen, die erforderlich w\u00e4re, um die derzeitige Bev\u00f6lkerungsdichte aufrechtzuerhalten. Auch die Anglo-Kanadier haben keinen Gewinn davongetragen, da die meisten von ihnen ihre eigene Identit\u00e4t verloren haben. Letztendlich sind beide Seiten durch ein zweisprachiges moralisches und kulturelles Vakuum ersetzt worden, das in den diktatorischen Regimes von Trudeau und Legault angemessenen Ausdruck findet. Vielleicht ist es gut, dass das Kruzifix vom Stuhl des Sprechers entfernt wurde \u2013 in einem Bordell ist kein Platz f\u00fcr ein solches Symbol.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Charles A. 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