Newsletter: Vorbereitung auf Ostern

Newsletter (10.04.2020)

Liebe Freunde und Unterstützer des St. Bonifatius Instituts,

heute am Karfreitag gedenkt die Kirche der Kreuzigung Christi. Bald schon werden die jetzt so leeren Altäre und Kirchen jedoch wieder im vollen Osterglanz erstrahlen.

Um uns auf diese Osterfreude vorzubereiten, müssen wir besonders den heutigen und den morgigen Tag nutzen, in Gebet und Andacht dem Herrn nah zu sein. Wir dürfen Ihn gerade in dieser schweren Zeit nicht verlassen. Da die meisten von Ihnen aufgrund der aktuellen Situation leider nicht die Möglichkeit haben, einer Karfreitagsliturgie beizuwohnen, will ich kurz auf die Bräuche eingehen, die uns als Laien gegeben worden sind.

Dazu passend lesen wir heute am Karfreitag im Schott Messbuch (der deutschen Variante der in allen Sprachen verfügbaren Volks-Messbücher) folgendes in der Einleitung:

„Die Dreizahl der biblischen Lesungen bildet mit den beiden Zwischengesängen und den sich anschließenden allgemeinen Fürbitten den ältesten Teil des heutigen Vormittagsgottesdienstes der römischen Liturgie und stellt eine Gottesdienstform dar, wie sie in den frühesten Zeiten üblich war, wann man sich zum Gebete versammelte, ohne dabei die Eucharistie zu feiern.“

Wir werden also als Gläubige aufgefordert, die heutigen Texte genau zu betrachten und die Fürbitten in voller Inbrunst vor Gott zu bringen, auf dass dieser sie bald erhören möge.
Gerade in dieser Zeit ist die Versuchung groß, im eigenen Haus sozusagen den Priester zu „ersetzen“ und eine Art private „Liturgie“ zu feiern. Das ist allerdings falsch und sollte von niemandem getan werden. Wir können als Laien nicht den Priester ersetzen, niemals, erst recht nicht an diesen heiligen Tagen. Welche Formen des Gebets und der Andacht sind also noch passend für uns?

1. Der Rosenkranz

Gerade jetzt müssen wir uns wirklich dazu durchringen, täglich den Rosenkranz zu beten. In diesen letzten Stunden vor der Auferstehung zu Ostern sollten wir da besonders den schmerzhaften Rosenkranz beten.

2. Der Kreuzweg

Das Kreuzweggebet ist ein sehr kräftiges und hilft uns, besonders am Karfreitag, das Leiden Christi und dadurch unsere eigenen Sünden und unsere Verfehlungen besser zu begreifen. Ja, Christus ist für uns und unsere Sünden am Kreuze gestorben. Beten wir also heute alle den Kreuzweg. Bei der zwölften Station knien wir dabei nieder und betrachten vertieft nochmals den Sterbemoment Christi am Kreuz. Wir weichen hier nicht von Seiner Seite, sondern bleiben in Treue bei Ihm.

3. Fromme Lesungen

Viele Heilige, aber auch viele andere gute Priester und Ordensleute haben uns wunderbare Andachten und Lesungen zum heutigen Tage hinterlassen, die wir uns besonders heute zu Gemüte führen sollten.

Beispielsweise:

Thomas von Kempen: Das Buch von der Nachfolge Christi (De Imitatione Christi)
Hl. Bonaventura: Das Leben Christi
Hl. Ludwig Maria Grignion v. Montfort: Das Goldene Buch

Diese Liste lässt sich noch beliebig verlängern und jeder gute Priester kann dem Gläubigen, der ihn nach weiteren Empfehlungen fragt, sicherlich gute Ratschläge erteilen.
Betrachten wir besonders heute das Leiden und Sterben unseres Herrn und Heilandes und bereiten wir uns so auf seine Auferstehung vor.

Da vielen von Ihnen leider auch die Möglichkeit genommen worden ist, zur Osterbeichte zu gehen, habe ich hier einen Text angehängt, den mir ein frommer und guter Priester zugeschickt hat und den man sich sehr zu Herzen nehmen sollte.

Vergessen wir nicht: Der Weg in den Himmel ist es, den wir gehen wollen. Alles Irdische ist nur Staub und nicht ein Stück Gold, nicht einen Ziegel unseres Hauses, nichts davon werden wir in den Himmel mitnehmen. Daher wollen wir gerade diese Zeit nutzen, dem Irdischen völlig zu entsagen. Je nach unseren Möglichkeiten.

Im Hinblick auf die glorreiche Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus zu Ostern wollen wir Ihnen bereits jetzt ein gesegnetes Osterfest wünschen. Hoffentlich können Sie es im Kreise Ihrer Familie feiern und hoffentlich haben Sie auch die Möglichkeit, die heilige Kommunion zu empfangen. Wir haben zu diesem Zwecke Sie alle ins Gebet eingeschlossen.

In Christus immer,

Ihr Alexander Tschugguel

Nachwort: Ich weiß nicht, wie ich mich bei Ihnen allen bedanken soll für Ihre Gebetsstürme zu meiner Genesung. Der Virus war härter als erwartet, aber dank Ihres Gebets und dessen Erhörung im Himmel bin ich nun wieder gesund und bei vollen Kräften. Bitte beten Sie weiter für die Kranken und opfern Sie ihnen alle Leiden auf. Es gibt viele, die nicht von dieser Krankheit genesen. Besonders Ihnen sollten wir unsere Gebete widmen. Danke vielmals!

Wenn du in Sünden gefallen – dann die vollkommene Reue

Was soll ich tun, wenn ich schwer gesündigt habe, wenn ich gar sterben muss und nicht mehr beichten kann?
Vor allem nicht verzweifeln, sondern vertrauen und bereuen! So tief ist niemand gesunken, dass er nicht durch Gottes Gnade und Jesu Blut gerettet werden könnte. Vertraue auf die unendliche göttliche Barmherzigkeit, die für dich am Kreuze verblutete. Bedenke es, dass die Wunden des gekreuzigten Heilandes der ergreifendste Ausdruck einer unendlichen Liebe und Güte sind, und bereue dann aus Liebe zu Gott alle deine Sünden, indem du mit heiligem Ernste betest:
„Mein Herr und mein Gott! Ich bereue alle meine Sünden, weil ich Dich, die ewige, unendliche Liebe und Güte, beleidigt habe. Ich bin fest entschlossen, nach Deinem heiligen Willen zu leben und zu sterben.
Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz, und das ist mir der größte Schmerz, dass ich betrübt Dich, höchstes Gut; o wasch mich rein in Deinem Blut.“ –
Oder kurz: Mein Jesus, Barmherzigkeit.
Im Augenblick höchster Gefahr kann der Gedanke „Jesus“ genügen.
Durchdrungen von dieser Gesinnung kannst du jeden Augenblick mit Gott versöhnt und wieder ein Kind Gottes werden. Denn die Liebe zerstört die Sünde und bringt die Gnade wieder. Diese Liebesreue schließt den Entschluss ein, wenigstens die schweren Sünden bei der nächsten Beichte zu bekennen. Könnte man aber nicht mehr beichten, so wäre man doch gerettet.

Aus: Hw. H. Pfr. Alfons Maria Weigl, „Gebetsschatz“ (erschienen mit kirchlicher Druckerlaubnis)